Herstellung von Glycin

Glycin, auch unter den Begriffen Glykokoll und Aminoethansäure bekannt, ist eine süß schmeckende, einfache Aminosäure. Der menschliche Körper bildet Glycin mithilfe eines Enzyms selbst.

Es befindet sich in sehr hoher Konzentration im Kollagen, dem Strukturprotein des Bindegewebes, regt die Immunabwehr an und wirkt Entzündungen entgegen. Obwohl die Herstellung von Glycin im menschlichen Organismus selbst funktioniert, wird es in der Industrie auch künstlich hergestellt.

Entdeckung, natürliche Vorkommen und künstliche Herstellung von Glycin

Glycin wurde 1820 vom französischen Chemiker und Pharmazeutiker Henri Braconnot entdeckt. Durch die vielseitige Verwendung von Glycin – vor allem in der Lebensmittelindustrie – wird die Herstellung von Glycin auch künstlich vorgenommen.

Da keine nachweisbaren gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen bekannt sind, ist die Verwendung und Herstellung von Glycin als Zusatzstoff für die meisten Lebensmittel gesetzlich zugelassen. Die erste technische Herstellung von Glycin fand zwischen 1907 und 1909 in Japan statt.
Neben der künstlichen Herstellung von Glycin kommt diese wichtige Aminosäure aber auch in natürlichen Formen vor. In altbekannten Pflanzen wie der Aloe Vera, die in ihrem zähflüssigen Gel 24 Aminosäuren speichert, ist auch das Glycin enthalten. Weitere natürliche Vorkommen von Glycin sind

  • der Stoffwechsel,
  • fast alle Proteingruppen,
  • fast alle eiweißhaltigen Nahrungsmittel (ausgenommen Milch).

    Zur Herstellung von Glycin wird beispielsweise die Aloe Vera Pflanze verwendet

    Zur Herstellung von Glycin wird beispielsweise die Aloe Vera Pflanze verwendet

Wirkung von Glycin

Glycin ist eine nicht essenzielle Aminosäure, das heißt, sie muss nicht mit der Nahrung dem Körper zugeführt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass sie nicht ebenso wichtig ist, wie andere essenzielle Aminosäuren. Wichtige Bedeutung hat Glycin in der Medizin in den folgenden Bereichen:

  • Im Zellschutz wirkt es gegen oxidativen Stress, der durch freie Radikale ausgelöst wird.
  • Es wirkt Entzündungen entgegen und regt die zelluläre Immunabwehr an.
  • Es bewirkt eine Abschwächung von entzündlichen Reaktionen, die unter anderem bei Leberschädigungen oder bei chronischen Darmentzündungen auftreten können.
  • In seiner Funktion als Neurotransmitter wirkt es durch Beeinflussung sensorischer und motorischer Impulse und der Sinneswahrnehmung.
  • Glycin wirkt im Hirnstamm des Nervensystems.

Das Wirkungspotenzial der Aminosäure Glycin ist sehr hoch und vielseitig. Einen Mangel an Glycin sollten Sie aufgrund seiner Wirkung als Neurotransmitter sowie vielen anderen Wirkungen behandeln lassen.

Bildquelle: cedrov@fotolia.com

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